Medien und Kommunikation  09.07.2021

Biologische Bekämpfung der Schmierlaus

Landwirtschaft

Die Dienststelle für Landwirtschaft führt in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Zentrum für Landwirtschaft und Biowissenschaften (CABI) und Agroscope Versuche zur biologischen Bekämpfung der Schmierlaus durch. In einem Experiment zwischen Saxon und Riddes werden dabei parasitäre Wespen in Obstanlagen frei-gesetzt.

Die Schmierlaus ist ein Schädling, der seit einigen Jahren in Obstkulturen im Mittelwallis zu beobachten ist, vor allem in der Region von Riddes und Saxon, wo hauptsächlich Apfel-, Birnen- und Aprikosenbäume befallen sind. Bislang gibt es nur provisorische Bewilligungen für Syntheseprodukte und Paraffinöl.

Die Dienststelle für Landwirtschaft führt in Zusammenarbeit mit dem CABI (Centre for Agriculture and Biosciences International) und Agroscope (Kompetenzzentrum des Bundes für Agrar- und Ernährungsforschung) sowie mit der Unterstützung des Schweizer Obstverbands und Andermatt Biocontrol regelmässig Forschungsarbeiten und Versuche durch, um den Erwartungen der Obstproduzenten gerecht zu werden, die den Schädling biologisch bekämpfen wollen. Diese Arbeiten sind Teil des Projekts zur Entwicklung der biologischen Bekämpfung der Schmierlaus im Schweizer Obstbau. Ziel ist es, die Vorteile der biologischen Bekämpfung aufzuzeigen, unabhängig von der Produktionsmethode.

Beim Versuch werden Schlupfwespen der Art Acerophagus malinus in Obstkulturen freigelassen, welche die Schmierlaus Pseudococcus comstocki befallen. Die winzige, etwa 1 mm lange Wespe stammt aus Asien, wo sie auf natürliche Weise als Parasitoid der Schmierlaus lebt. In den USA wurde diese Schlupfwespe bereits erfolgreich zur biologischen Bekämpfung eingesetzt. Auch in den Walliser Obstkulturen ist sie bereits präsent: Im Zeitraum von Juni bis Dezember letzten Jahres wurden zwischen Riddes und Saxon Individuen nachgewiesen. Für die Projektpartner geht es also nicht darum, einen neuen Parasitoiden einzuführen, sondern die bestehende Population zu vergrössern und damit deren Wirksamkeit als Widersacher der Schmierlaus zu erhöhen.

In Saxon und Riddes wurden drei von der Schmierlaus befallene Parzellen ausgewählt. In Absprache mit den betroffenen Landwirten, die während der Versuchsdauer auf jegliche chemische Bekämpfung verzichten, werden die Parasitoiden auf 1000m2 grossen Sektoren in jeder dieser Parzellen freigesetzt. Pro Sektor werden 10‘000 Individuen freigelassen. Fünf bis sieben Tage später wird der Parasitierungsgrad in den Versuchssektionen gemessen und mit dem Rest der Parzellen verglichen. Auch das Ausbreitungspotential des Parasitoiden nach der Freisetzung wird analysiert. Bei massgeblichen Ergebnissen könnte eine erneute Freisetzung im August in Betracht gezogen werden, um die zweite Generation Schmierläuse zu bekämpfen.