Medien und Kommunikation  08.02.2019

Mit Zweitwohnungen bequem Energie sparen

Lancierung der Kampagne «MakeHeatSimple» im Wallis

Der Kanton Wallis engagiert sich als Pilotregion bei der neuen Kampagne von Energie Schweiz «MakeHeatSimple». Das Programm des Bundesamts für Energie (BFE) richtet sich an die Besitzerinnen und Besitzer von Zweit-wohnungen. Ziel ist es, mit der Fernbedienung von Raumheizungen in Zweitwohnungen das Energiesparpotenzial auszuschöpfen. In der Pilotphase bis Ende März dieses Jahres konzentriert sich die Kampagne auf den Kanton Wallis, danach wird sie während vier Jahren auf die gesamte Schweiz ausgeweitet.

 

Das Programm EnergieSchweiz des Bundesamts für Energie (BFE), das die Förderung von Energieeffizienz und erneuerbare Energien durch Sensibilisierung, Beratung sowie Innovations- und Ausbildungsunterstützung anstrebt, lanciert im Kanton Wallis eine Offensive zur Förderung von Fernbedienungen für Heizungen in Zweitwohnungen. Viele davon werden während der gesamten kalten Jahreszeit auf über 15°C geheizt. Durch ein besseres Management der Raumheizungen solcher Zweitwohnungen lässt sich diese Energieverschwendung vermeiden: Gemäss einer Studie des Bundesamts für Energie (BFE) könnten hier schweizweit jährlich rund 2200 Gigawattstunden (GWh) eingespart werden, nämlich rund 145 Millionen Liter Heizöl, 39 Millionen Kubikmeter Erdgas und 362 GWh Strom. Dies entspricht rund drei Prozent des jährlichen Endenergieverbrauchs der Schweizer Haushalte und insgesamt 608’000 Tonnen CO2- Emissionen.

 

Der Kanton Wallis unterstützt durch das Departement für Finanzen und Energie (DFE) und die Dienststelle für Energie und Wasserkraft (DEWK) die Kampagne von EnergieSchweiz aktiv. Als Tourismusdestination ist die Struktur des Gesamtwohnungsbestandes des Kantons Wallis mit einem hohen Anteil an Zweitwohnungen ideal für die Pilotphase. Schlussendlich ist die Zweisprachigkeit der Pilotregion für die Kampagne ebenfalls ein Vorteil.

 

Bequeme und zuverlässige Bedienung aus der Ferne

Heute sind weniger als zwei Prozent aller Zweitwohnungen in der Schweiz mit einem Fernbedienungssystem ausgestattet, obwohl sämtliche Voraussetzungen für den Einsatz solcher technischen Lösungen gegeben sind. Im Fokus der neuen Kampagne von EnergieSchweiz sind Fernbedienungssysteme, welche die Temperatur wäh-rend der Abwesenheit senken und die Heizung am Tag vor der Ankunft in der Zweitwohnung einschalten können. Dadurch kann der Heizenergieverbrauch um 30 bis 60 Prozent reduziert werden. Für eine Wohnung kann dies eine jährliche Ersparnis von 200 bis 800 Franken bedeuten, für ein Einfamilienhaus rund 500 bis 1300 Franken. Ob Öl-, Gas-, Pelletheizung, Wärmepumpe oder Strom oder Fernwärme: Bestehende Heizungen lassen sich heute problemlos mit einer Fernsteuerung auf den Heizkörperventilen oder auf den Wärmeerzeugern nachrüsten. Die Heizung kann auf diese Weise entweder über SMS, Telefon oder über eine App bedient werden.

 

Schnelle Amortisation der Installationskosten

Der Preis einer solchen Installation bewegt sich im Normalfall zwischen 500 und 2500 Franken (je nach technischer Lösung) und ist schnell amortisiert. Zudem gibt es in mehreren Kantonen (wie z.B. im Wallis) bereits gesetzliche Vorschriften, die ein derartiges System in neuen Zweitwohnungen sowie bei der Änderung der Wärmeproduktion in bestehenden Häusern vorschreiben. Das Haupthindernis für eine weite Verbreitung solcher Lösungen scheint der Mangel an Information der Eigentümerinnen und Eigentümer von Zweitwohnungen zu sein. EnergieSchweiz hat deshalb be-schlossen, diese mit der Kommunikationskam- pagne «MakeHeatSimple» zu sensibilisieren. Die Pilot-kampagne wird bis März dieses Jahres auf dem gesamten Gebiet des Kantons Wallis durch-geführt. Anschliessend wird die Kampagne in einem Zeit-raum von vier Jahren auf die ganze Schweiz ausgeweitet.

 

Wallis: wichtige Akteure im Boot

Um den Erfolg dieser Kampagne sicherzustellen, ist es entscheidend, dass auch die für die technische Umsetzung solcher Lösungen entscheidenden Akteure im Boot sind. Das Bundesamt für Energie hat die Kampagne über EnergieSchweiz deshalb strategisch so ausgerichtet, dass in einer ersten Phase Heizungs- und Elektroinstallateure sowie Hersteller und Lieferanten angesprochen wurden. Für die Pilotregion Wallis konnten so neben dem Kanton und den Gemeinden auch die Dachverbände der Gebäudetechnikbranche (suissetec) und der Elektroinstallationsfirmen (VSEI) sowie deren regionale Sektionen gewonnen werden. Mit dabei sind etwa der Walliser Verband der Elektro-Installationsfirmen (WVEI), der Verein tec-bat sowie suissetec Oberwallis. Auch die Chambre immobilière du Valais (CIV), die Union suisse des professionnels de l’immobilier (USPI), der Verband der Walliser Gemeinden (VWG) sowie 30 Gemeinden, der Walliser Verband der Zweitwohnungen (VSV2W), die SIA-Sektion Wallis und die Association des Services Techniques Communaux (AVST) unterstützen die Kampagne, genauso wie mehrere Verteilnetzbetreiber (VNB) (esr, SEIC, Altis, Sierre Energie und Romande Energie Commerce) und zahlreiche Heizungs- und Elektroinstallateure sind an der Kampagne beteiligt.

 

Portal für die Kundinnen und Kunden

Dreh- und Angelpunkt der neuen Kampagne ist ein Portal, auf dem sich Besitzerinnen und Besitzer von Zweitwohnungen schnell informieren können. Auf http://www.makeheatsimple.ch/ sind sämtliche relevante Informationen über die Kampagne und die Möglichkeiten, mit der Zweitwohnung Energie zu sparen, abrufbar. Zudem besteht die Möglichkeit, dort mittels Beantwortung von sechs Fragen, eine auf die Ferienwohnung oder das Ferienhaus zugeschnittene Lösung mit den ent-sprechenden lokalen Kontaktadressen für die Realisierung zu erhalten.