Medien und Kommunikation  11.06.2021

Neue Versuchsstation für Weinbau und Oenologie im Wallis

Landwirtschaft

Die Position in der Agrarforschung des grössten Weinbaukantons der Schweiz wird durch die Standortstrategie von Agroscope gestärkt. Die Staatskellerei des Kantons Wallis «Grand Brûlé» in Leytron wird zur neuen Versuchsstation für den Bereich Weinbau und Önologie. Ziel dabei ist es, eine auf die Herausforderungen und Besonderheiten des Walliser Reb- und Weinbaus ausgerichtete Forschung zu entwickeln, von der die gesamte Branche in der Schweiz profitieren kann.

 

Die Staatskellerei «Grand Brûlé» in Leytron entwickelt sich zur nationalen Referenz für die Forschung im Bereich Weinbau und Önologie. Dazu wurde eine Vereinbarung mit Agroscope, dem Kompetenzzentrum des Bundes für Agrar- und Lebensmittelforschung unterzeichnet. Sie umfasst den Zeitraum 2021-2028, mit einer möglichen Verlängerung bis 2032. Zwei weitere Partner sind in den Prozess involviert: Vitival, der Walliser Verband für integrierte Produktion, und die Beratungszentrale Agridea (Schweizerische Vereinigung für die Entwicklung der Landwirtschaft und des ländlichen Raums).

 

Ziel der neuen Versuchsstation ist es, Synergien zwischen den Partnern zu entwickeln, um den Austausch von Knowhow zu fördern und die Anwendung von Innovationen in der Praxis zu intensivieren. Die im Wallis vorgesehenen gezielten und breit angelegten Versuche ergänzen die bereits auf anderen Agroscope-Versuchsflächen in Changins, Pully, Wädenswil und Cugnasco durchgeführten Versuche. Es wurden mehrere Forschungsprojekte im Bereich Weinbau und Önologie definiert. Sie zielen darauf ab, Lösungen für die grössten Herausforderungen des Walliser Reb- und Weinbaus im allgemeinen Kontext des Klimawandels und der Entwicklung der Bewirtschaftungsweise zu finden. Auf verschiedenen Parzellen werden eingehende Versuche zur Wasserversorgung der Rebe und der nachhaltigen Bodenbearbeitung durchgeführt. Ausserdem werden neue und krankheits-resistente Sorten auf unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten getestet. Es wird nach Lösungen gesucht, um dem mit dem Klimawandel verbundenen Rückgang des Säuregehalts in Mosten und Weinen entgegenzuwirken. Auch hierbei werden die Kriterien der Nachhaltigkeit, Qualität und umweltfreundlichen Produktion nicht ausser Acht gelassen.

 

Die verschiedenen Projekte werden auf den Gutsbetrieben des Staates Wallis durchgeführt. Der Kanton stellt Rebflächen in Leytron und Châteauneuf sowie den Weinkeller und ein önologisches Labor bereit. Er stellt ausserdem Fachpersonal zur Verfügung, das die Versuche begleitet und durchführt. Agroscope schreibt im Sommer zwei neue wissenschaftliche Stellen für die Leitung, Überwachung und Auswertung der Tests aus. Der Verband Vitival sorgt für die Vernetzung der Betriebe im Zusammenhang mit den Forschungsthemen. So können vielversprechende Lösungen in grösserem Umfang und in verschiedenen Betrieben getestet werden. Schliesslich wird Agridea den Wissenstransfer auf nationaler Ebene ermöglichen. Denn auch wenn die Forschungsprojekte auf die Böden und das Klima im Wallis zugeschnitten sind, können viele der Lösungen, die sich aus den Versuchen ergeben, für die ganze Schweiz verwendet werden.