Medien und Kommunikation  19.02.2021

Projekt ArboPhytoRed 2021–2026

Den Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln mit besonderem Risikopotenzial um mindestens 30 Prozent reduzieren, ohne dabei Abstriche beim Ertrag oder der Qualität zu machen: Das ist das Ziel von ArboPhytoRed 2021–2026. Dieses neue, in der Schweiz einzig- artige Projekt für Walliser Kern- und Steinobstproduzenten ist eine Zusammenarbeit der Dienststelle für Landwirtschaft (DLW), der Walliser Obst- und Gemüse-Branchenorganisation (IFELV) und Agroscope. Es verfügt über ein Budget von 5,6 Millionen Franken und wird vollständig durch den Staat Wallis und den Bund getragen.

Ist eine Obstproduktion ohne Einsatz synthetischer Pflanzenschutzmittel möglich? ArboPhytoRed ist ein neues Projekt, das Lösungen liefern soll für Obstkulturen, die besonders von der Menge der ausgebrachten Wirkstoffe pro Flächeneinheit abhängen. Der in der Schweiz einzigartige gemeinsame Ansatz fördert den Austausch zwischen den verschiedenen Fachleuten aus den Bereichen Obstbau, Beratung und Wissenschaft im Hinblick auf die Entwicklung von Obstbauanlagen, die mit wenig Pflanzenschutzmittel auskommen.

Das Ziel ist, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ohne Ertragseinbusse und Qualitätsverlust um mindestens 30 Prozent zu reduzieren. Zu diesem Zweck wurde ein Massnahmenkatalog ausgearbeitet, der es den teilnehmenden Produzenten ermöglicht, schrittweise eine oder mehrere Kategorien von Pflanzenschutzmitteln aus ihrem Behandlungsprogramm zu streichen. Dabei werden sie technisch und wissenschaftlich beraten.

Die angestrebte Beteiligung am Projekt liegt bei rund 40 Walliser Obstbaubetrieben, die die Anforderungen des ökologischen Leistungsnachweises (ÖLN) und des SwissGAP-Standards erfüllen. Die Produzenten sollten offen dafür sein, auf freiwilliger Basis neue Anbaumethoden zu testen, Erfahrungen auszutauschen und an verschiedenen Workshops teilzunehmen. Die verlangte Mindestteilnahmedauer beträgt drei Jahre. In dieser Zeit werden auf einer Obstbaufläche von ein bis zwei Hektaren pro Betrieb eine oder mehrere Massnahmen durchgeführt. ArboPhytoRed sieht für die teilnehmenden Betriebe eine Entschädigung auf drei Ebenen vor: einen Grund- und Ernteausfallrisikobeitrag, einen Beitrag für die Massnahmen zur Reduktion der Pflanzenschutzmittel sowie einen Beitrag für die Kombination von Massnahmen.

Das Projekt steht unter der Leitung eines Lenkungsausschusses, bestehend aus je einer Vertretung der Dienststelle für Landwirtschaft (DLW), der Walliser Obst- und Gemüse-Branchenorganisation (IFELV) und von Agroscope. Die operative Koordination unterliegt der Agraringenieurin Elodie Comby Cheseaux, die von der IFELV eigens dafür eingestellt wurde. ArboPhytoRed läuft von Januar 2021 bis Dezember 2026 und verfügt über ein Budget von 5,6 Millionen Franken, das vollständig durch den Staat Wallis und den Bund bereitgestellt wird.