Medien und Kommunikation  30.04.2021

Schutzmassnahmen haben sich bewährt und der Wald erholt sich

10. Jahrestag des Waldbrandes in Visp

Vor zehn Jahren, am 26. April 2011, brannte der Eyholzerwald bei Visp. Rund 110 Hektaren Schutzwald wurden damals zerstört. Bund, Kanton und die Gemeinde Visp haben seither über 2,4 Millionen Franken in Sicherungsmassnahmen und die Aufforstung investiert. Für die Bevölkerung und Infrastruktur besteht deshalb keine unmittelbare Gefährdung mehr. Der Wald erholt sich bislang gut, wird jedoch seine Schutzfunktion erst in mehreren Jahrzehnten wieder voll übernehmen können.

Am 26. April 2011 um 16.30 Uhr ereignete sich in Visp, im Gebiet oberhalb Eyholz, der grösste Waldbrand im Kanton Wallis seit demjenigen in Leuk im Jahr 2003. Insgesamt gingen 110 Hektaren Schutzwald verloren. Die grosse Trockenheit, starker Wind und das steile Gelände führten zur schnellen Ausbreitung des Feuers. Etwa 350 Feuerwehrleute versuchten im steilen Gelände den Brand unter Kontrolle zu bringen, unterstützt von bis zu zehn Helikoptern. Das Feuer brannte mehrere Tage. Die Löscharbeiten konnten rund vier Wochen nach dem Brandausbruch eingestellt werden. Mit Ausnahme des Gebäudes beim Brandherd kamen weder Personen noch Gebäude zu Schaden. Es handelte sich um den sechstgrössten dokumentierten Waldbrand im Wallis seit 1902.

Vor dem Brand schützte der Eyholzerwald die Dorfschaft Eyholz, die Gewerbezone Visp Ost und die Kantonsstrasse Visp-Eyholz vor Murgängen, Steinschlag und Erosion. Die obersten Nadelwälder verhinderten zudem die Entstehung von Schneerutschen und Lawinen. Die Gemeinde Visp, der Forstbetrieb Visp und Umgebung, der Kanton und der Bund haben nach dem Brand umgehend die erforderlichen Sicherungsmassnahmen eingeleitet. Murgänge werden heute wirkungsvoll von zwei Auffangdämmen zurückgehalten und im Überlastungssfall in einen weiteren Ablenkdamm geleitet. Zusätzliche Murgangnetze decken die kleineren Gräben ab und schützen auch gegen Steinschlag. Für die gelenkte Entwässerung wurden Strassenborde erhöht. Diese Schutzbauten haben sich bislang gut bewährt. Gegen die Lawinengefahr wurden exponierte Stellen mit quer gefällten Bäumen und Dreibeinböcken gesichert. Um die natürliche Entwicklung des Schutzwaldes zu unterstützen, hat der Forstbetrieb Visp und Umgebung insgesamt 12’000 Bäume gepflanzt und Jungwaldflächen wo notwendig bereits ein erstes Mal gepflegt. Die Sicherheitsmassnahmen im Umfang von rund 2,4 Millionen Franken sind abgeschlossen. Heute besteht keine unmittelbare Gefährdung für die Bevölkerung und die Infrastrukturen mehr.

Die gepflanzten Jungbäume wie Flaumeichen, Weisstannen, Fichten, Mehlbeeren, Birken, Weiden und Lärchen entwickeln sich insgesamt gut. Auch die natürliche Waldverjüngung schreitet erfreulich rasch voran. Die neu entstandenen Lebensräume ziehen zahlreiche neue Arten an. Dies zeigt sich insbesondere bei bedrohten Vogelarten wie dem Gartenrotschwanz oder dem Wendehals, der lichte Lebensräume bevorzugt. Mit der Zeit werden sich die Lebensbedingungen infolge der natürlichen Waldentwicklung jedoch wieder ändern und damit auch die ursprünglichen Waldvögel in den Eyholzerwald zurückkehren. Trotz der guten Entwicklung des Waldes wird es noch viele Jahrzehnte dauern, bis der Wald sich vollständig erholt hat und seine Schutzfunktion wieder vollumfänglich übernehmen kann.

Mit der Klimaerwärmung nimmt auch die Gefahr von Waldbränden im Wallis zu. Das Auftreten von Trockenperioden steht in direktem Zusammenhang mit der Feuerhäufigkeit. Kanton und Gemeinden zielen mit ihren Waldbrandvorsorgekonzepten darauf ab, einerseits die durch Menschen verursachten Brände bestenfalls gänzlich zu verhindern oder zumindest die Anzahl sowie die betroffene Fläche zu reduzieren (Prävention) und andererseits entstandene Brände effizient bekämpfen und löschen zu können. Im Zentrum stehen dabei die Sicherheit und der Schutz der Bevölkerung, der Einsatzkräfte, von Siedlungen und Infrastruktur sowie der Wälder.