Medien und Kommunikation  30.11.2018

Sensibilisierungs- und Präventionskampagne

Häusliche Gewalt

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November 2018 lanciert das Kantonale Amt für Gleichstellung und Familie (KAGF) in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei und der Opferhilfe- Beratungsstelle eine kantonale Sensibilisierungs- und Präventionskampagne zum Thema häusliche Gewalt. Damit soll erreicht werden, dass die Tabuisierung rund um häusliche Gewalt gebrochen wird. Zudem soll jede Person folgende Fragen beantworten können: Bin ich Gewalt ausgesetzt? Wo kann ich Hilfe finden? Diese erste Kampagne bezieht sich auf Gewalt in der Partnerschaft, da dies die häufigste Form von häuslicher Gewalt ist.

 

Häusliche Gewalt ist auch im Wallis eine Realität: 2017 hat die Polizei in unserem Kanton 469 Angeklagte verzeichnet. Die Opferhilfe-Beratungsstellen ihrerseits haben, neben den bereits verzeichneten Fällen, 513 neue Opfer erfasst, darunter 306 Frauen.

 

Gesetzesgrundlagen

Durch das Gesetz über häusliche Gewalt (GhG) wurde das KAGF seit dem 1. Januar 2017 mit der Sensibilisierung dazu beauftragt. Zudem werden die Unterzeichnenden der Istanbul-Konvention, die in der Schweiz seit dem 1. April 2018 in Kraft ist, zur Durchführung von Sensibilisierungskampagnen angeregt. Damit soll erreicht werden, dass häusliche Gewalt verringert sowie die breite Bevölkerung sich des Phänomens wie auch der verschiedenen Arten und Formen häuslicher Gewalt bewusst wird.

 

Die Kampagne

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen lanciert das KAGF eine erste kantonale Kampagne zur Sensibilisierung über Gewalt in der Partnerschaft. Es handelt sich dabei um die häufigste Form von häuslicher Gewalt. Mit dieser Kampagne sollen das Schweigen und die Tabus über diese Art von Gewalt, die verbal, physisch oder sexuell ausgeübt wird, gebrochen werden. Zudem sollen betroffenen Personen Hilfe- stellungen aufgezeigt werden, um einen Ausweg aus der Situation zu ermöglichen.

Die Kampagne nimmt das Werbekonzept der Mode auf: Models tragen T-Shirts mit einem Slogan. Statt lustig oder fordernd zu sein, zeigen sie jedoch einen schockierenden Hinweis auf häufige häusliche Gewaltsituationen. Dieser Gegensatz führt dazu, dass sich Betroffene über ihre Paarbeziehung fragen können: Ist das, was ich erlebe, Gewalt? Ausserdem fordert die Kampagne Täter-innen und Täter sowie Opfer dazu auf, Hilfe zu suchen. Auf der neuen Website haeuslichegewalt-vs.ch sind entsprechende Informationen, unter anderem auch über passende Strukturen innerhalb des Walliser Netzwerks gegen häusliche Gewalt, zu finden.

Die Kampagne ist ein Projekt des KAGF in Zusammenarbeit mit den Opferhilfe- Beratungsstellen und der Polizei. Sie wird vom 26. No-vember bis 9. Dezember in den sozialen Netz- werken, auf Plakaten und in den Medien publiziert. Parallel dazu verteilt das KAGF neues Informationsmaterial: Eine Broschüre mit dem Titel «Und wenn das Gewalt ist in meiner Partnerschaft?», die gemeinsam mit der Hochschule für Soziale Arbeit der HES-SO Valais-Wallis erarbeitet wurde, ein Flyer in zehn Sprachen mit allen nützlichen Adressen sowie eine Karte, die das Walliser Netzwerk gegen häusliche Gewalt darstellt.