Medien und Kommunikation  11.09.2020

Ziele erreicht, ausser beim Ozon

Jahresbericht zur Luftqualität 2019

Die Luftqualität im Wallis verbessert sich insgesamt weiter. Dies zeigt der Jahresbericht zur Luftqualität der Dienststelle für Umwelt (DUW). Während Feinstaub und Stickstoffdioxid die Tagesgrenzwerte nur mehr sehr selten überschreiten, bestätigt sich die Tendenz zu Überschreitungen der Ozonwerte weiter. Zum Schutz der Gesundheit, der Umwelt und vor den negativen Einwirkungen des Klimawandels, sind auch künftig Massnahmen zur Luftreinhaltung notwendig.

 

Der kantonale Massnahmenplan zur Luftreinhaltung aus dem Jahr 2009 trägt Früchte. Dank kontrollierten Massnahmen in den Bereichen Abfallentsorgung, Industrie und Gewerbe, Verkehr und Heizungen gehen seitdem die Schadstoff-Immissionen insgesamt zurück.

 

Feinstaub, Stickstoffdioxid und Ozon gehören zu den wichtigsten gesundheitsbelastenden Schad-stoffen. Feinstaubkonzentrationen (PM10, PM2.5) überschreiten die Tagesgrenzwerte nur mehr selten. Ihre Emissionen stammen aus Baustellen, der Industrie, dem Verkehr, Kieswerke und Steinbrüche, der Landwirtschaft und zu einem kleineren Teil aus den Haushalten. Der Feinstaub PM10 hat 2019 erstmals seit Messbeginn (1999) den täglichen Immissions-Grenzwert im ganzen Wallis nie überschritten, bleibt jedoch in der Luft vorhanden. 2019 lagen die PM10-Konzentrationen unter 70% des Grenzwertes, während die PM2.5-Konzentrationen, zwischen 80% und 100% des Grenzwertes lagen. Letztere sind kritischer, da PM2.5 durch seine kleineren Partikel tiefer in die Atemwege reicht und erhebliche Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System und das Krebsrisiko hat. Zum Schutz der Gesundheit und der Umwelt sind deshalb auch künftig Reduktionsmassnahmen bei den Emissionsquellen sinnvoll.

 

Ein weiterer wichtiger Luftschadstoff ist Stickstoffdioxid (NO2). Er entsteht durch die Verbrennung fossiler Treib- und Brennstoffe, hauptsächlich im Verkehr und durch das Heizen im Winter. Die Messwerte sind denn auch in verkehrsreichen Agglomerationen am höchsten. 2019 konnte der Jahresgrenzwert für Stickstofdioxid zum ersten Mal seit Messbeginn eingehalten werden. Zuvor, wurden die Jahresgrenzwerte bei der Autobahn A9 in Sitten noch überschritten (Station Nabel). Eine weitere Abnahme des NO2 zeigt sich auch in der Stadt Sitten. Optimierungen fossiler Verbrennungsprozesse bei Automobilen und Heizungen sowie der allmähliche Umstieg auf erneuerbare Energien führen zur Abnahme von Schadstoffkonzentrationen in dicht besiedelten Agglomerationen. Im restlichen Kanton hat sich die Konzentration seit 2015 auf einem Niveau von weniger als 60% des Grenzwertes eingependelt.

 

Bodennahes Ozon oder Sommersmog entsteht unter intensiver Sonneneinstrahlung durch eine chemische Reaktion aus den gasförmigen Vorläufersubstanzen, im Wesentlichen aus NO2 und flüchtigen organischen Verbindungen (VOC)). Ozon wirkt sich sowohl auf die menschliche Gesundheit als auch auf die Vegetation sowie auf Gebäude und Materialien negativ aus. Wie bereits in den letzten fünf Jahren, wurden 2019 die Immissions-Grenzwerte für Ozon von März bis August häufig überschritten. Besonders ausgeprägt waren sie während den Hitzewellen im Juni und Juli. Die globale Klimaerwärmung dürfte auch im Wallis die Ozonbildung noch antreiben. Deshalb ist es wichtig, die Vorläufersubstanzen (NO, NO2, VOC), trotz eingehaltener Grenzwerte, in Industrie, Gewerbe, Haushalten und im Verkehr weiter zu reduzieren.

 

Die Luftmessstationen registrieren auch Überschreitungen bei der Staubablagerung in länd-lichen Talgebieten. Der Anstieg um fast das Doppelte des Ergebnisses von 2019 im Vergleich zu den Vorjahren deutet jedoch auf aussergewöhnliche Umstände hin, die sich wahrscheinlich nicht wiederholen werden.

 

Um Menschen, Tiere, Pflanzen und deren Lebensräume vor den schädlichen Auswirkungen der Luftverschmutzung zu schützen und die negativen Einflüsse des Klimawandels aufzufangen, wollen Bund und Kantone den Schadstoffausstoss so tief halten, wie dies ökonomisch tragbar und nach dem Stand der Technik möglich ist.